Discovering Emerging Markets - Themenabend Russland

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Am 31. Oktober 2008 fand der zweite Themenabend des Praktikantenaustauschprojektes von AIESEC, der Robert Bosch Stiftung und den Wirtschaftsjunioren Stuttgart statt. Im Rahmen dieses „Learning Environments“ soll den Praktikanten nicht nur die Möglichkeit zu persönlichem interkulturellen Austausch sondern auch zur fachlichen Weiterbildung eröffnet werden.

Nach dem Sektempfang begrüßte der Präsident des AIESEC Lokalkomitees Stuttgart Hohenheim die teilnehmenden ausländischen Praktikanten, Studenten, Wirtschaftsjunioren und interessierte Gäste.

Als erste Referentin trat Frau Ana Jelena Peric von der Stiftung „Deutsch-Russischer Jugendaustausch“ (www.stiftung-drja.de) ans Rednerpult. Sie berichtete über die Gründung der Stiftung im Jahr 2006 und die aktuell durchgeführten Aktivitäten. Diese reichen von Schüleraustauschprogrammen, über Jugendaustauschprogramme (Pfadfinder, THW, Musikjugend) bis hin zu Austauschprogrammen zwischen Partnerstädten, Industrie und öffentlichen Einrichtungen. Zusätzlich werden spezielle Projekte gefördert wie eine Webseite zum Jugendaustausch (www.to4ka-treff.de) oder das Deutsch-Russische Jugendparlament, das wechselnd in Deutschland oder Russland stattfindet.

Nach einer kurzen Pause begann der Vortrag des zweiten Referenten Herrn Konstantin Graf zu Dohna als Vertreter der IHK Region Stuttgart in seiner Funktion als Spezialist für die ehemaligen Sowjetrepubliken. Er begann mit einem Statement über die politischen Rahmenbedingungen, deren Stabilität aus deutscher Sicht z.B. durch eine steigende Unabhängigkeit der Massenmedien noch verbessert werden kann. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien durch ein klares Bekenntnis zur Marktwirtschaft und Programme zur Weiterentwicklung der Infrastruktur positiv zu sehen. Es gibt eine wachsende Mittelschicht mit steigenden Einkommen.  Nichtsdestotrotz stellt die Korruption an verschiedenen Stellen immer noch eine Herausforderung dar. Aus juristischer Sicht kann es für deutsche Firmen problematisch sein, dass bestehende und neue Gesetze nicht konsistent sind und so der Ausgang von Rechtsstreitigkeiten nicht genau abgeschätzt werden kann. Die russische Wirtschaftsrealität sei geprägt von einer hohen Risikobereitschaft. Für deutsche Firmen, die in Russland Geschäfte machen wollen, bedeutet dies konkret:

  1. Die Etablierung von guten partnerschaftlich geprägten Geschäftsbeziehungen ist notwendig.
  2. Die Ausrichtung von Geschäftsbeziehungen sollte eher langfristig orientiert sein.
  3. Eine eingehende Prüfung der Geschäftspartner zu Beginn ist ratsam.
  4. Die russische Mentalität sollte bekannt sein und beachtet werden.
  5. Eine sorgfältige Planung der Schritte sowie ein strenges internes Controlling sind notwendig.

Als Fazit wies Herr zu Dohna auf die immensen Chancen hin, die sich in einem aufstrebenden Markt wie Russland ergeben, jedoch sollten die ebenfalls großen Risiken und die Notwendigkeit von Geduld beim Aufbau von Geschäftsbeziehungen nicht unterschätzt werden.

Nach einer intensiven Diskussion konnten im Rahmen eines Deutsch-Russischen Buffets weitere Kontakte geknüpft und die Gespräche fortgeführt werden. Die nächste Veranstaltung findet zum Thema „China“ am 5. und 6. Dezember 2008 statt.

Nachbericht von Mathias Wuest.


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