Es war der Urknall der durch Medien transportierten Persönlichkeit: Richard Nixon verlor das erste Fernsehduell um die amerikanische Präsidentschaft haushoch gegen einen Senator aus Massachusetts. Sein Name: John F. Kennedy. Jahrzehnte später konnte sich Geschichte wiederholen: Am 12. August 2009 traten die beiden Bewerber um den Bundesvorsitz 2010 der Wirtschaftsjunioren Deutschland bei uns in Stuttgart in einem Rededuell gegeneinander an. Sowohl Dr. Eva Fischer als auch Kai Wieters stellten sich, moderiert von der Rhetorikexpertin Constanze Eich, kritischen Fragen und standen vor laufenden Mikrofonen und Kameras Rede und Antwort. Einmal mehr konnte sich jeder davon überzeugen, dass die Wirtschaftsjunioren Stuttgart ein kreatives Team voller Ideen sind, Demokratie leben und auch nach außen tragen.
Statt einer "normalen" Podiumsdiskussion glich das Rededuell vielmehr einem amerikanischen Wahlkampfprogramm. Beim Einlauf der Kandidaten in den mit knapp 80 Gästen besetzten Veranstaltungsraum in der Börse Stuttgart gab es tosenden Applaus, dank lauter Rätschen, bunten Fanplakaten und Kai-Eva-Fähnchen und die beiden Bewerbern wurden lautstark begrüßt und ihnen zahlreiche Hände gereicht.
Kaum am Podium angekommen, machten sich die Kandidaten mit den ungewöhnlichen Regeln des Rededuells vertraut: Kein Redebeitrag durfte länger als zwei Minuten andauern. Dafür sorgten nach 120 Sekunden jeweils die zahlreichen Zuhörer indem Sie sich an den Appell "Applaus" hielten, der in großen Lettern an einem hochgehaltenen Plakat prangerte. Mitreißende Worte wurden regelmäßig durch "Toben" bedacht.
Und schließlich war das Duell nicht nur ein Wettkampf zwischen zwei Kandidaten, sondern auch ein Wettkampf zwischen Frau und Mann. Mehrmals forderte die Moderatorin Constanze die Zuhörerinnen und Zuhörer dazu auf, den Stimmungspegel zu manifestieren. Da die Damen der Schöpfung jedoch leicht in der Unterzahl waren, wurden sie von den anwesenden Herren, gemessen an der Dezibelstärke, leicht überboten. Dieser Erfolg wurde dann umgehend am vorhandenen Stimmungsbarometer festgehalten.
Abschließend lässt sich sagen, dass sich die beiden Kandidaten ein starkes und faires Duell geboten haben. Der Ausgang der Wahl um den Bundesvorsitz 2010 scheint noch völlig offen. Wir sind gespannt!
Nachbericht von Carolin Lüdemann